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Marienborn war Räuberhort, heilige Quelle und gut gesichertes Transitloch im antifaschistischen Schutzwall.
Oft bestimmten hohe Mächte und grosse Geschichte das Schicksal des kleinen Fleckens. Jetzt ist Marienborn bis auf weiteres entlassen.
Der ehemals innerdeutsche Grenzkontrollpunkt an der Autobahn Hannover-Berlin machte das Dorf berühmt: selbst der Expresszug Moskau-Paris musste dem Ort und der Weltgeschichte die Referenz erweisen. Bis 1989 lag Marienborn im DDR-Sperrgebiet an der äußersten Westgrenze des Warschauer Paktes, entsprechend äußerst kontrolliert und reglementiert.
Seitdem mitten in Deutschland, doch unbeachtet.
Die ehemalige Grenzübergangsstelle (GÜSt) wird zum Landesmuseum von Sachsen-Anhalt und zur Gedenkstätte Deutsche Einheit. In die Kasernen der Grenztruppen werden Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien einquartiert.
Neu sind auch eine erste Telefonzelle, ein Café und ein Höchststand der Arbeitslosigkeit, inzwischen über 60 Prozent.
Der Zug Moskau-Paris hält nicht mehr in Marienborn.
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